Ein Maschinenbau-KMU bewertete seine Lieferanten einmal im Jahr, von Hand, in Excel. Ein KI-gestütztes Scorecard-System machte daraus ein laufendes Frühwarnsystem.

Hinweis zu dieser Fallstudie: Das Beispiel ist ein illustratives Szenario. Es beschreibt eine typische Ausgangslage und ein realistisches Vorgehen, keinen einzelnen, namentlich genannten Kunden. Zahlen sind plausible Grössenordnungen, keine geprüften Einzelwerte.

Die Ausgangslage

Ein Schweizer Maschinenbau-Betrieb mit rund 70 Mitarbeitenden führte etwa 140 aktive Lieferanten. Die Bewertung lief einmal jährlich, gepflegt von einer einzelnen Einkäuferin in Excel.

Kennzahlen wie Liefertreue oder Reklamationsquote existierten, waren aber über mehrere Tabellen verteilt. Wichtige Signale gingen dabei regelmässig unter.

Die Herausforderung

Qualitätsprobleme bei einem Kernlieferanten fielen erst nach der dritten fehlerhaften Lieferung auf. Eine systematische PPM-Kennzahl gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.

Der Grund war nicht Nachlässigkeit, sondern fehlende Zeit. Für eine saubere Auswertung aller 140 Lieferanten reichte das Jahrespensum kaum.

Das Vorgehen

  • ERP-Exporte, Reklamationsdaten und Liefertermine in einer Datenbasis zusammengeführt.
  • KI-gestützte Scorecard aufgebaut: OTIF, PPM, Reaktionszeit und Bonitätssignal je Lieferant.
  • Schwellenwerte je Kennzahl definiert, mit einem einfachen Ampel-System.
  • Quartalsweise automatisierte Aktualisierung statt einmaliger Jahresübung.

Die Einkäuferin blieb dabei in der Verantwortung. Die KI lieferte die Zahlen, sie entschied über Konsequenzen.

Das Ergebnis

In diesem Szenario sank der Bewertungsaufwand von rund drei Tagen auf etwa einen halben Tag pro Quartal. Zwei kritische Lieferanten liessen sich dabei früher identifizieren, bevor Probleme eskalierten.

3 Tage → 0.5 Tage
Bewertungsaufwand pro Quartal
140
Lieferanten laufend im Blick
2
Risikofälle früher erkannt

Wo die Grenzen liegen

Die Scorecard zeigt Muster, keine Ursachen. Ob ein auffälliger Lieferant entwickelt, eskaliert oder ersetzt wird, entscheidet weiterhin ein Mensch mit Kontextwissen.

Persönliche Beziehungspflege zu strategischen Lieferanten lässt sich damit nicht ersetzen, nur besser vorbereiten.

Im Einkauf & Supply Chain Prozesscheck schauen wir uns deine bestehende Lieferantenbewertung an. Wir zeigen, welche Kennzahlen sich sofort automatisieren lassen.